Sonntag, 29. März 2020:
Horizonte erweitern

 

Achtung, heute wird es etwas philosophisch:
Was halten wir eigentlich für wahr und was nicht?
Diese scheinbar banale Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten.
Wovon können wir eigentlich sicher sein, dass es wirklich stimmt?
Sicher, Dinge, die uns selbst betreffen können wir leicht für wahr halten. "Ich denke, also bin ich!" hat der Philosoph René Descartes einmal festgestellt. Mit diesem Satz konnte er ganz sicher sein, dass er existiert, denn sonst hätte er diesen Satz nicht schreiben können.
In meinem Leben geht es oft nicht so philosophisch zu: Ich entscheide oft aus dem Bauch heraus, was ich für wahr halte und was nicht. Das ist gar nicht so banal, denn 99% der Dinge, die wir zu wissen glauben, haben wir nur von anderen erfahren. Ich selbst bin kein Wissenschaftler und ich habe nur wenig selbst erforscht. Ich habe mir fast alles was ich weiß von anderen beibringen lassen: Durch meine Eltern, die Schule, meinem Freundes- und Bekanntenkreis und natürlich durch die zahlreichen Medien. Aber Medien können mich auch in die Irre führen, das ist mir in dieser Krisenzeit oft aufgefallen. Wie oft bin ich schon auf Falschmeldungen reingefallen?

Meine heutige gute Nachricht erzählt von vertrauenswürdigen Medien, also Medien, denen man vertrauen kann, dass das, was sie sagen nicht falsch ist. Die sind in einer von Geld und Macht beeinflussten Gesellschaft gar nicht mal so leicht zu finden. In einem kapitalistischen System nämlich hat jeder das Interesse sich selbst besser zu verkaufen als die Konkurrenz. Das gilt natürlich auch für die Medienanstalten, was die Situation für uns als deren Konsumente, erst Recht in Krisenzeiten, wenn wir auf verlässliche Informationen angewiesen sind, nur noch schwieriger macht.
Ich habe mich dazu entschieden in diesen Zeiten vor allem, den öffentlich-rechtlichen Medien zu vertrauen und zwar aus mehreren Gründen: Sie sind finanziell und politisch unabhängig vom Staat, haben eigene Rundfunkgebühren unabhängig von der Steuer und einen eigenen Aufsichtsrat unabhängig von Parteien. Sie müssen mir auch keine Werbung verkaufen und sind nicht auf meine Einschaltquote angewiesen, weil grundsätzlich jeder Haushalt die Gebühren gleichermaßen trägt, egal wie viel er schaut. Außerdem haben sie einen Bildungsauftrag in ihren Grundsätzen stehen, sodass sie verpflichtet sind, verlässliche Informationen allen zu Verfügung zu stellen, was sie per Definition für Informationen jedwede Art geradezu prädestiniert. Und damit die Macht nicht nur bei einem liegt, gibt es in Deutschland mit der ARD und dem ZDF zwei voneinander unabhängige Institutionen. Das finde ich alles sehr sympathisch und beispiellos im Vergleich. Aber jede/r muss selbst entscheiden, wem er/sie sein/ihr Vertrauen schenkt. Vertrauen ist nach der Liebe schließlich das Wertvollste, das wir jemanden schenken können.

Ganz gleich, welchen Medien Sie ihr Vertrauen geschenkt haben, ob sie die öffentlich-rechtlichen Medien sogar als einzige Informationsquelle nutzen, oder ob Sie befürchten, dass sie trotzdem nur die Interessen des Staates vertreten. So oder so möchte ich Ihnen das umfangreiche Angebot von Dokumentationen nahelegen, die jederzeit kostenlos in den Mediatheken abgerufen werden können. Sie sind nicht nur informativ, sondern helfen auch dabei, die zur Verfügung stehende Zeit zu Hause, sinnvoll zu nutzen. Schauen Sie doch einfach Mal rein; immerhin haben Sie mit Ihren Rundfunkgebühren schon dafür bezahlt :-)
Dokus im ARD: https://www.ardmediathek.de/ard/more/5wG0mWBO92GIa8Cymw4OkI/natur-und-umwelt
Dokus im ZDF: https://www.zdf.de/doku-wissen
Und wer ARD und ZDF partout boykottieren möchte, findet hier eine Auswahl an Dokumentationen des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (kostenlos während der Corona-Krise): https://westfalen-medien-shop.lwl.org/download-medien

Samstag, 28. März 2020:
Tief durchatmen

 

Einmal tief durchatmen. Das hilft bei Wut und Frust, kann aber auch helfen, wenn man wochenlang in der eigenen Wohnung festhängt. Zum Glück, dass Corona nur von Mensch zu Mensch, über Berührungen und Flüssigkeiten übertragen wird, und nicht über die Luft! Wenn Sie also weiterhin den Kontakt mit Menschen außerhalb ihrer Wohnung vermeiden, müssen Sie keine Angst vor einem Spaziergang an der frischen Luft haben. Einmal nach draußen gehen und wieder frische Luft schnappen. Gerade dieses Wetter bietet sich dafür an!

Meine heutige gute Nachricht beschäftigt sich mit einem positiven Nebeneffekt dieser Pandemie für unsere Umwelt: Die Luft, die wir jetzt draußen atmen können, ist so frisch und klar wie seit Jahrzehnten nicht mehr! Kaum Autos unterwegs, kaum Flugzeuge am Himmel. Keine Kondensstreifen am Himmel, keine Abgasgerüche in der Luft. Experten rechnen mit bis zu 100 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxidbelastung für dieses Jahr (Quelle: Deutschlandfunk.de). Das gab's noch nie!

Darum jetzt einmal die Fenster aufreißen und kräftig die Wohnung durchlüften.
Schuhe Anziehen und ab nach draußen! Einmal durch den Park spazieren, schön an der Wurm entlang. Bei angenehmen 14°C draußen kann das gegen den Lagerkollaps wahre Wunder wirken. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start ins Wochenende :-)

Freitag, 27. März 2020:
Den Helfern helfen

 

Es scheint Paradox zu sein: Helfer, die selbst auf Hilfe angewiesen sind. Doch tatsächlich, den Superman, der alles alleine schafft und für den keine Aufgaben zu schwierig ist, gibt es nur in Kinofilmen und Comics, in der Realität sucht man ihn hingegen vergebens. Stattdessen sieht man Helfer, die sehr wohl auf die Hilfe anderer angewiesen sind: Auch Ärzt*innen, Pfleger*innen, Einzelhändler*innen, Landwirt*innen und alle anderen, die im Augenblick unsere Existenz sicherstellen, sind zwar Superhelden, aber eben nicht Superman. Soll heißen, sie können nicht alles aushalten und im Alleingang bewältigen. Auch Sie sind auf Unterstützung angewiesen.

Meine heutige Gute Nachricht handelt von Menschen, die sich zur Aufgaben gemacht haben, diesen Menschen mit ihren Fähigkeiten zu helfen. Einer von ihnen ist Andrea Smidili, ein italienischer Imbissbesitzer, der nun dreimal täglich Ärzt*innen und Pfleger*innen des örtlichen Krankenhauses kostenlos mit Essen beliefert. Er finanziert diesen Service mit Spenden. Ähnliches hat sich auch der deutsche Sternekoch Tim Mälzer überlegt, der nun mit weiteren Gastronomen aus Hamburg die dortigen Klinken gratis bekocht und beliefert.

Jetzt besitzt nun nicht jeder gleich eine Großküche, um damit ganze Krankenhäuser beliefern zu können. Aber es muss ja nicht gleich ein Großprojekt sein. Worüber würden Sie sich freuen, wenn Sie gerade vom zwanzigsten Kunden angeblafft wurden, weil das Regal mit dem Toilettenpapier immer noch leer ist?
Vielleicht fällt Ihnen etwas ein, wie Sie das Leben des/r Kassierer*in im Supermarkt Ihres Vertrauens ein wenig verschönern können: Einen selbstgestrickter Schal, eine Blume, eine Tafel Schokolade, ein freundliches Wort oder etwas völlig anderes... Jeder Idee hilft!
Und wer lieber mit Muskelkraft helfen will: Auf daslandhilft.de werden noch Helfer*in für hiesige Landwirt*innen gesucht :-)

Donnerstag, 26. März 2020:
Quality time

"Quality time" ist der englische Ausdruck für gut genutzte Freizeit. Wann immer Sie nach der Arbeit Ihrem Hobby nachgehen können oder entspannt auf dem Sofa Ihr Lieblingsfilm schauen, spricht man von "quality time". Auch die Zeiten mit der Familie an den Wochenenden und Ferien zählen darunter. Diese Zeiten des Ausgleichs sind im Arbeitsalltag unendlich wichtig und kommen oft zu kurz. Das Fehlen ausreichender "quality time" kann der Auslöser für Depressionen und Burnout sein. In einer Zeit in der es mehr und mehr auf Leistung ankommt und alles möglichst schnell gehen muss, ist das ein immer größer werdendes Problem.

Meine heutige gute Nachricht ist inspiriert vom Sänger Nils Olfert (ehemals "Wise Guys", heute "alte Bekannte"), der versucht das Positive in der aktuellen Situation zu sehen. Auf Instagram veröffentlicht "alte Bekannte" täglich ein Video mit aufmunternden Botschaften:

Quelle: alte.bekannte@instagram.com

Vielleicht finden auch Sie die Möglichkeit diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Vielleicht versuchen Sie einen Videoanruf mit den Menschen, die Sie vermissen zu starten (eine Anleitung, wie das geht, finden Sie hier: https://youtu.be/dq18wvQRcY8?t=50) oder Sie beginnen ein Puzzle, das Sie schon immer mal machen wollten, aber nie die Zeit dafür hatten. Auch eine schöne Sache, für alle, die sich das zutrauen, ist das Einkaufen: Wenn Sie gerade nicht die letzte Packung Toilettenpapier haben möchten, können Sie dabei eine ungewöhnlich entspannte Atmosphäre genießen.
Und für alle, die das Glück haben noch mit der eigenen Familie zusammen zu wohnen: Viel Kraft :-)

Mittwoch, 25. März 2020:
Geteiltes Leid ist halbes Leid

 

Ein ganz typische Phänomen in Krisenzeiten ist der Mangel: Zu Kriegszeiten fehlt es oft an Nahrung und Infrastruktur, bei der aktuellen Pandemie sind es Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Toilettenpapier. Der Unterschied zum Krieg ist allerdings, dass zumindest theoretisch genug Materialien vorhanden sind, sie allerdings durch Hamsterkäufe und ähnliches an den falschen Orten sinnlos herumliegen.
Dabei will ich dieses Verhalten nicht verurteilen, das Anlegen eines Vorrats ist tief in unserer genetischen Struktur verankert. Das ist nach dem Atmen das Erste was ein Baby tut, wenn es auf der Welt ist. Dieses Verhalten ist überlebenswichtig! Verstärkt wird es, wenn wir aufgrund einer Pandemie total verunsichert sind und alle um uns herum anfangen, die Regale leer zu kaufen. Genau da nämlich fängt das Problem an: Wer zu spät kommt, bekommt nichts mehr ab, obwohl eigentlich genug für alle dar wäre.

Meine heutige gute Nachricht handelt von kreativen Beschaffungsmaßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung medizinischen Personals: Die Bundeswehr unterstütze bereits mit der Beschaffung von Atemmasken, Schutzanzügen und Medikamenten. Außerdem wurden Reservisten aufgerufen, in den Bundeswehr-Krankenhäusern mitzuhelfen. Mit Hilfe des Roten Kreuzes hat das Land in der Nacht zu Montag 113.000 Atemschutzmasken an 125 Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen verteilt. Zusätzlich kommt jetzt Hilfe aus der Industrie. 410.000 Atemschutzmasken haben Daimler, VW und BMW insgesamt übrig und geben diese jetzt an Kliniken und Behörden weiter. Volkswagen hat nach WDR-Informationen außerdem angeboten, bei der Produktion von Medizinprodukten mitzuhelfen. Speziell sollen dabei industrielle 3D-Drucker zum Einsatz kommen - eventuell könnten so spezielle Schläuche für Beatmungsgeräte produziert werden. Auch viele Spirituosenhersteller wollen jetzt vermehrt in die Produktion von medizinischen Alkohol und Desinfektionsmitteln einsteigen und dieses Krankehäusern zur Verfügung stellen.

Falls Ihnen in Ihrer Umgebung auch bei einer anderen Person ein Mangel auffällt, sei es an Nahrungsmittel, Hygienartikel oder Toilettenpapier und Sie zufällig so viel davon auf Vorrat haben, dass Sie damit weit länger als die empfohlenen zwei Wochen auskommen würden, würde sich diese Person bestimmt über Ihre Zuwendung freuen :-)

Dienstag, 24. März 2020:
Wir schaffen das!

 

Als ich noch ein kleines Kind war, war ich sehr oft neidisch auf meine Eltern und auf meinen großen Bruder. Ich wollte auch können was sie konnten: Selber mit Messer und Gabel essen, lange auf bleiben dürfen und fernsehen, laut mit dem Mund pfeifen, schnell rennen, hoch klettern, schwer tragen und vieles mehr. Manche Sachen konnten sie mir beibringen, wie das Essen mit Messer und Gabel, manches konnte ich mir mit viel Üben selbst beibringen, wie das laute Pfeifen mit dem Mund (wobei ich immer noch nicht so laut mit den Fingern pfeifen kann, wie mein Vater) und andere Fähigkeiten kamen ganz von alleine, wie das schnelle Rennen oder das schwer tragen. Dabei wurde ich immer wieder von meinen Eltern ermutigt Neues auszuprobieren und nicht aufzugeben: "Na los, du schaffst das!!"

Meine heutige gute Nachricht basiert auf einem Gemeinschaftstrend, der es sich zum Ziel gesetzt hat, anderen etwas beizubringen: Dem Online-Kult der Tutorials. Vor allem seit YouTube verbreitet sich dieser Trend auf so ziemlich alle Bereiche des Lebens. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie etwas geht, sollte Mal einen Blick hineinwerfen. Das macht viel Spaß, vertreibt die Zeit und man entwickelt nebenbei noch ganz neue Fähigkeiten!
Eine gut sortierte Übersicht mit Erklärvideos auf WDR2: https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/neues-lernen-mit-tutorials-100.html
Oder selbst bei YouTube auf die Suche gehen: https://www.youtube.com/results?search_query=tutorial+deutsch

Sie können auch etwas besonders Gut und würden anderen gerne zeigen wie das geht? Dann machen Sie doch einfach selbst so ein Video: Nehmen Sie ihr Smartphone, wenn Sie eines haben, und nehmen Sie sich dabei auf, wie Sie etwas zeigen und erklären. Das Video kann dann schnell und kostenlos auf YouTube oder einer anderen Video-Plattform eingestellt werden. Sie werden überrascht sein, wie Sie selbst und anderen davon profitieren können. Gemeinsam finden wir einen Weg durch diese schwere Zeit. "Na los, wir schaffen das!!" :-)

Montag, 23. März 2020:
Die besten Freunde des Menschen

 

Der beste Freund des Menschen ist der Hund! ...Oder doch eher die Katze? Das hängt wohl vom Betrachter ab. Für mich ist der beste Freund des Menschen das Kaninchen: Klein, süß, pflegeleicht... Aber das spielt eigentlich auch keine Rolle.
Jedenfalls üben Tiere schon seit jeher eine große Faszination auf uns Menschen aus, was die viele Zoos und Haustiere rund um den Globus beweisen. Kein Wunder, Tiere waren schon immer lebenswichtig für den Menschen: Sie dienen uns als Nahrungsquelle, als Jagdhelfer, als Wegbegleiter, als Gesprächspartner, als Freunde. Tiere machen unser Leben einfach ein bisschen schöner und bunter, gerade auch in der Zeit zu Hause.

Weil Zoos dieser Tage ja leider geschlossen sein müssen, handelt meine heutige gute Nachricht von einem Angebot des WDR, der eine Liste von Zoos erstellt hat, deren Tiere man ganz bequem von zu Hause via Webcam beobachten kann. Schauen Sie doch einfach Mal vorbei:
https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/webcam-zoo-100.html
Und wer lieber auf Haustiere steht, den empfehle ich eine wunderbare Auswahl von Haustiervideos auf YouTube:
https://www.youtube.com/results?search_query=lustige+tiervideos

Ganz egal ob Sie ein Hunde- oder Katzenliebhaber, Kaninchen- oder Hamsterliebhaber, Schlangen- oder Reptilienliebhaber sind... ja, sogar wenn Sie gar keine Haushaustiere mögen: An den Webcams und Videos werden Sie ihre helle Freude haben :-)

Sonntag, 22. März 2020:
Gegenseitige Anerkennung

Der Mensch sehnt sich nach Anerkennung. Jeder wird gerne gelobt oder freut sich, wenn man sich bei ihm ehrlich für etwas bedankt. Das ist ein wichtiger Motivator und kann vor allem in Zeiten der Krise Kraft geben durchzuhalten.
Mein Dank gilt allen, die zu Hause bleiben und alles dafür tun, damit sich das Virus nicht noch weiter ausbreiten kann.
Meine Anerkennung gilt auch jenen, die in diesen Tagen nicht zu Hause bleiben können, weil sie in ihrem Beruf die Grundversorgung sicherstellen müssen.

Die heutige gute Nachricht erzählt von einem Phänomen, dass schon seit einigen Tagen überall auf der Welt zu beobachten ist: Menschen applaudieren von zu Hause aus denen, die nicht zu Hause bleiben können und die sich jeden Tag auf's Neue einem Risiko aussetzen, um anderen Menschen zu helfen.

Auch alle, die zu Hause bleiben, leisten einen solidarischen Beitrag für unsere Gesellschaft: Sie verhindern, dass sich das Virus noch weiter ausbreiten kann. Sie sind nicht untätig! Zu Hause zu bleiben, wenn man nicht zu Hause bleiben möchte, ist nicht einfach. Dass Ihnen das zum Schutz aller aber trotzdem gelingt, wünsche ich Ihnen von Herzen. In diesem Sinne: Lassen Sie uns gesund bleiben! :-)